Die IZH-49 - ein Motorrad mit deutschen Ahnen
Die IZH-49 (russisch ИЖ-49, oder auch Ish-49, Isch-49, IŽ-49, ic-49) ist ein Motorrad aus der bei uns weniger bekannten sowjetischen Motorradschmiede IZHMASH am Ural.
Anders als oft angenommen, ist sie keine Kopie oder ein Nachbau der deutschen DKW NZ-350, sondern ein modifizierter Weiterbau auf den originalen DKW-Fertigungsmaschinen.
Schon 1930 hatte man sich im zentral gesteuerten Motorradbau der Sowjetunion dazu entschieden, eine Kopie der deutschen DKW Luxus 300 aufzulegen. Der Typ L300 wurde in den Promet-Werken in Leningrad als DKW-Lizenzbau hergestellt.

Werkskontrolle bei einer IZH-350-1 (C)
Das frühe Interesse an der Zuverlässigkeit der DKW-Zweitaktmotoren führte mit dazu, dass nach Ende des zweiten Weltkriegs die Sowjets die Gelegenheit ergriffen und als Reparationsleistung die Fertigungsanlagen der DKW-Werke in Zschopau Anfang Juli 1945 demontierten und in Izhewsk am Ural, wo bereits die Izhewsker Motorenfabrik (IZHMASH) existierte, wieder aufbauten.
Ebenso gingen der DKW-Chefkonstrukteur Hermann Weber, die Ingenieure Heydenreich und Schmidt, insgesamt 10 DKW-Mitarbeiter, mehr oder weniger unfreiwillig mit an den Ural, um die Produktionsanlagen dort wieder aufzubauen.
Hermann Weber verstarb in Izhewsk, die anderen kehrten 1948/1949 zurück.
Parallel arbeiteten im russischen Planungsbüro in Chemnitz weitere Mitarbeiter des ehemaligen DKW-Stabes an der Weiterentwicklung der NZ 350/1, woraus die spätere Izh-49 entstehen sollte.
So wurde zunächst die IZH-350 identisch wie die NZ 350 weitergebaut, die ersten 83 Motorräder sollen sogar noch aus original DKW-Teilen gefertigt worden sein. Gebaut wurden von der IZH-350 bis ins Jahr 1951 hinein 126.297 Stück.
Bereits 1948 entstand die IZH-350 C mit mit einer Teleskop-Federgabel und nunmehr 14 PS. Auf die IZH-350 gab es eine Werksgarantie für die ersten 2.000 km.
Ab dem Jahre 1951 wurde dann die modifizierte IZH-49 gebaut. Wesentliche Veränderungen gegenüber der alten DKW waren die Verwendung einer Teleskop-Federgabel, sowie ein Hinterradschwinge, deren Feder-Dämpfer-Elemente einer Teleskop-Geradwegfederung nachempfunden waren.
Der bewährte zentrale Kastenrahmen der NZ 350 wurde beibehalten, aber durch Anschweißungen nach hinten verlängert und brachte somit einen um 1,5 Zentimeter längeren Radstand.
Der Zweitakt-Kraftstoff wurde nun als Gemisch 1:25 direkt in einen Einkammer-Tank eingefüllt.
Die Werksgarantie wurde auf ein halbes Jahr, bzw. 10.000 km ausgeweitet.
Die IZH-49 war auch das erste Motorrad der Izhewsker Motorenfabrik, für das es ein Modell mit Seitenwagen gab.
Die IZH-49 wurde von 1951 bis 1958 in 507.603 Stück gebaut und zählte damals zu den meistgebauten Motorrädern Russlands.
Grosse Verbreitung fand sie auch in den Ostblockstaaten, darüber hinaus war sie auch in Finnland sehr populär.
Über Verbesserungen mit der IZH-54 und IZH-56 wurde sie dann Im Jahre 1956 von der IZH-56 abgelöst, die ein komplett neues Fahrwerk bekam (Rohrrahmen mit doppeltem Unterzug und Federbeinschwinge.
Und so kamen die Izh in den Verkauf. So wie das aussieht, war das ein Gemischtwarenladen, und kein Motorradhändler, so wie wir das gewohnt sind ...
(Dieses Bild unterliegt dem Urheberrecht. Ich bedanke mich sehr herzlich bei www.maxpenson.com daß ich dieses Bild hier zeigen darf. Eine hochinteressante Seite mit Bildern aus dem täglichen Leben der 50er und 60er Jahre in der früheren Sowjetunion.)
Ähnlichkeiten mit dem Text in Wikipedia sind kein Zufall, da dieser auch von mir stammt.